Freitag, 30. August 2013

Sozialschluck



Wertes Blog-Lese-Team, es folgt der Erfahrungsbericht einer Surfgruppe, die sich wie durch Zufall in Ajo zum Surf-Urlaub eingefunden hat. Nach einer kurzen Phase des fehlenden Schlafes nach unserem Noja-Abend, konnten wir alle am Mittwoch wieder voll durchstarten. Die Wellen waren gelinde gesagt recht klein und entsprachen nur teilweise dem Kenntnisstand der Gruppe. Aber unser Surflehrer Philipp, übrigens ein klasse Typ, ermutigte uns mal auf die großen Softboards umzusteigen und damit in den kleinen Wellen zu spielen. Gesagt, getan. Es wurde ein super Tag, wir alle hatten super Wellen, die während unser Einheit sogar noch größer und besser wurden. Fast alle hatten die "Welle des Urlaubs" gestern. Einfach fantastisch und damit auch ein ziemlich guter Abschluss von fast zwei Wochen Dauersurfen.

Heute war dann die tatsächlich letzte Surfstunde für diesen Urlaub, fast jeder konnte sie auch wahrnehmen und es waren ähnlich perfekte Bedingungen wie gestern. Danke dafür lieber Surfgott. Als glänzender Abschluss des Urlaubs war es uns heute möglich auch noch einen kleinen Ausflug nach Santander zu unternehmen. Nach ein paar Bier bei ermutigender Musik und neben einer dreier Runde Fuchs, fuhr uns José, der einzige Teamer der wohl den Van fährt nach Somo. Während dieser Fahrt schaffte ich es ihn davon zu überzeugen uns nicht nur in Somo abzugeben sondern doch gleich mitzukommen auf den Trip. Nach ein paar Abwehrversuchen mit der Ausrede er sähe aus wie ein Zigeuner, willigte er ein und wir stiegen zusammen auf die Fähre nach Santander.  Zehn spannende aber visuell erhellende Minuten später begrüßte uns Santander. Bei schönstem Sonnenschein nahmen wir ein paar leckere Tapas zu uns und erkundeten die Stadt zu Fuß. Höhepunkt war der Aufstieg auf einen Aussichtspunkt und der folgende Abstieg. Versüßt durch eine große Menge Babykatzen.

Im Camp erwartete uns das alltägliche Abendbrot und die Abendgestaltung des Abschlussabends war: Auswertung des Fotowettbewerbs. Jiha.

Wir verbleiben mit der letzten Fäkalsteif™-Faust aus Ajo,
Frank und der Rest der Rasselbande











Mittwoch, 28. August 2013

Stuhltagebuch



Der gestrige Tag begann überragend und sollte sich auch so fortsetzen. In Vorbereitung auf die erste Surfeinheit, die massiv mit dem Frühstück kollidierte, wurde Marias Fuß in einer unbeweglichen Position auf dem Brett festgegipst. Das gestaltete zwar den Weg zum Strand relativ aufwendig, war aber sonst außerordentlich zweckmäßig. Rudimentäre Schmerzen waren auch sofort adrenalinneutralisiert, nachdem sie die erste tighte Welle gerippt hatte. Und davon gab es an diesem Morgen viele! Für Maria und mich war es sicher die beste Surfeinheit bisher, obwohl wir das ob unserer kolossalen  Fortschritte eigentlich neuerdings fast immer so empfinden. Auf jeden Fall war die ganze Gruppe völlig in Ekstase vor Glück und Zufriedenheit und es schallten ständig Jubelschreie übers Meer. In der Pause zwischen den Surfeinheiten sind wir mal schnell gucken gegangen, was die Jungs am anderen Strand so trieben. Sie gruben ein Loch  - was sonst. Das Loch nahm dann mit vereinten Kräften, auch trotzdem wir nicht in der Lage gewesen waren uns brauchbare Hilfsmittel zu verschaffen - hätte man vielleicht einen Doktortitel für gebraucht - gewaltige Ausmaße an. Allerdings stieß Raimund kurz bevor die Quelle des Glücks zu sprudeln beginnen konnten mit seinem Finger auf Stein. Mit einem Finger weniger konnten wir die Suche nach Wasser leider nicht fortsetzen und schwenkten um. Schnei wurde in das Loch geworfen und eingegraben. Das erschien uns klug, denn bisher hatte die Chemiekeule auch in 1000facher Standarddosierung seinen Spritzpups nicht zum Erliegen gebracht. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass er das Safeword "Melkfett" glücklicherweise nicht verwenden musste, auch wenn er sich bei seinen Befreiungsmanövern außerordentlich ungeschickt anstellte.

Dann ging es an die Abendgestaltung. Seit über einer Woche stand für uns fest: wir fahren alle nach Noja. Leider sahen das die Teamer mal wieder nicht so. Nach langen Diskussionen  erklärte sich Philipp, der Surflehrer der Jungs, aufopferungsvoll bereit, uns unseren Wunsch zu erfüllen. Wir werden ihm dafür auf ewig zu Dank verpflichtet sein. Nachdem dieser Entschluss gefasst war, ging es ans Vorglühen. Die Zeit war knapp und wir berieten was da die beste Herangehensweise sein könnte. Wir entschieden uns überraschenderweise gegen die Teilnahme an der vom Camp organisierten Drinkana, da dabei wie Raimund es formulierte "nicht genug Alkoholfluss pro Minute" erzeugt wird. Stattdessen spielten wir einfach ca. 13 Trinkspiele auf einmal. Dabei wurde auch das Gubbel Gubbelspiel rehabilitiert. Es gab dadurch natürlich einige Regeln und Hinterfrageraimund hatte es nicht einfach. Und dann ging es endlich los. Am Kreisverkehr wartete zwar das geballte Polizeiaufgebot Kantabriens auf uns und Frank hatte uns alle schon hinter Gittern gesehen - immerhin trug er keinen Sicherheitsgurt - aber es war ausreichend nachzuweisen, dass wir Deutsche waren und man ließ uns passieren.

Jetzt kommt der Grund, weshalb ich heute den Blogeintrag schreibe. Nämlich damit ich sagen kann, was in Noja passiert, bleibt in Noja! Nur so viel: Raimund entdeckte sein zweites Ich in Form eines spanischen Salsatänzers; Manu agierte als Rammbock in Menschenform auf der Suche nach einer mannstollen minderjährigen Spanierin (dabei waren rubinrote DNA Proben von Franks Wange sehr hilfreich) und fand einen Hack-Buddy; Schnei erwies sich als sehr hilfreich bei der Abwehr spanischer Zuneigungsbekenntnisse; Maria verbrachte viel Zeit damit 18-jährigen Spaniern ihre gesamte Lebensweisheit mit Schwerpunkt auf sexuellen Erfahrungen verbal zu vermitteln und legte sich dafür extra die Bettstimme eines 60-jährigen kettenrauchenden Reibeisens zu; Frank glühte komplett durch und rangelte sich mit einem Schweizer die Hände blutig und ich hatte gar keinen Spaß.

Dreifaches Gubbel Gubbel

Josi


Tägliche Einkaufsliste













Montag, 26. August 2013

Ich bin total nackt. Nackt!


Zuallererst möchte ich erwähnen, dass nichtsdestotrotz, dass viele Leute Wörter unnütz trennen, "Nichtsdestotrotz" genauso wie "zuallererst" zusammen geschrieben werden.

Gut, nachdem wir das geklärt haben, möchte ich von Marias Reitausritt am Freitag berichten. An all jene, die denken: "Höhö - die Kurthl mit ihrem Muschidiplom brauchte dazu kein Pferd!", seien folgende Worte gerichtet: es war ihr zweites Highlights des Urlaubs. Und zugleich ist es jetzt auch noch die einzige Möglichkeit sich fortzubewegen. Denn Kurthl leidet seitdem sie gestern in einer Barrel gedreht hat und vom Gegenverkehr doch sehr überrascht wurde und sich dabei den rechten Fuß nahezu gesprengt hat, leidet sie zeitgleich an einem Hexenschuss, der in Kombination mit jener Dysfunktionalität des Fußes zu einer gänzlichen Unbeweglichkeit führt

 
Unbeweglich waren wir Jungs heute auch. Zumindest fast. Wären wir nicht zum Mittagessen nach Ajo geradelt, hätte uns der Ermüdungstod eingeholt. Surfeinheiten wurden heute aufgrund von Regen und nassen Neos von uns aus abgesagt. Das Mittagessen in Ajo fiel leider aus, weil die Köchin schon weg war. 16 Uhr ist selbst für spanische Mittagsessenverhältnisse zu spät. Schade. So gabs die restlichen Tapas für 10 € inkl. Sättigungsbeilage. Anschließend noch in den Coviran - 30 l Bier, Rum bisschen Cola und so Zeugs. Hinzufügen möchte ich, dass Maria K. oder sagen wir lieber M. Kurth die Preise für Spirituosen sehr gut einzuschätzen vermag.

Während ich vor dem Küchenzelt sitzend Blog schreibe, werkeln die anderen drei am Abendbrot. Ich darf wegen meiner Diarrhö nicht. Dafür hat mir Josi eben noch Tabletten aus Ajo mitgebracht. Hoffentlich geht das bald alles wieder klar. Heute gibts es übrigens Nudeln mit Seefrüchten in einer Créme-Weißwein-Soße. Klingt gut. Riecht auch nach viel Knoblauch und Zwiebeln.
Nebenbei sei erwähnt, dass das Surfen derzeit wenig "ergiebig" ist. Die Wellen sind etwas "chaotisch". Viel Weißwasser, dass sehr hoch angeschossen kommt und "muy forte" ist. Etwas kräftiger als gewollt. Sozusagen. Gestern Abend wurde dann erst zum "Flip-Cup" geladen, später zum "Slap-Cup". Manuel aus Minga nutzte die Gunst der Stunde und schlug fünfmal ins Herz der Surflehrerseele. Von Schuldfühlen geplagt, trug er ihn anschließend zum Küchenzelt, um weiteres Bier zu holen. Raimund hatte selbiges vor, musste sich aber einer Ohrfeige eines spanischen trinkenden Spaniers geschlagen geben. Die Wellen heute waren wohl etwas besser. Sicherlich hätten die Wellen gerippt und permanent "Sicker Shit" rufen können, war uns dann aber doch zu blöd.

 
Georg, unser ehemaliger Surfassistent, gab zu, dass er unseren diesjährigen Blog schon mehrfach durchstöbert hat. Und, dass wenn er mittels "Strg + F" seinen Namen sucht, er auf 99 Hits kommt. Jetzt sind es 100 - herzlichen Glückwunsch, Jorge! Wenn du dann aus dem Internetz wieder raus bist, gehst du bitte ins Küchenzelt und bringst drei Bier für "Flip-Cup" oder "Bier-Pong" mit. Danke.

In diesem Sinne,

Grüß di!

Sonntag, 25. August 2013

Buntkäppchen



Der 21. August ist ein magisches Datum in Ajo. Gestern durften wir schon die zweite Feier, die unter dieser Ägide lief, wertschätzen lernen. In der Gruppe haben sich Ideen-Strömungen gebildet, die sagen, diese Feier würde an jedem vorletzten Wochenende im August stattfinden, wie das Stadtfest in Freital, aber dieser Gedanke ist mir zuwider.

Es begann gestern ziemlich genau um acht Uhr, also eine Stunde vor dem Frühstück und nach einer recht kurzen Nacht mit zwei durschlagenden Böllern auf dem Campingplatz. Daraufhin setzte sich eine beeindruckende mit Kücheninstrumenten lärmendende Kinder-Horde in Bewegung. Einmal über den Zeltplatz gezogen, war sichergestellt, dass tatsächlich alle Camper ordnungsgemäß wach sind.

Direkt nach unserem liebreizenden Frühstück, durften wir ganz offiziell Teil einer zweiten Veranstaltung auf dem Zeltplatz werden. Gespielt wurde Ginkana. Eine Art Schnitzeljagd mit übertriebenem Wettkampfcharakter. Die teilnehmenden Gruppen mussten an masochistischen Aufgaben teilnehmen, die unter Zeitdruck zu bewältigen waren. Leider konnten wir nicht alles sehen, da die Teilnehmer in einem Wahnsinnstempo über den ganzen Zeltplatz gerannt sind, von Hinweiszettel zu Hinweiszettel. Wir hatten aber die ehrenvolle Aufgabe eine Handvoll Schüsseln randvoll mit Mehl zu bewachen. Erst später stellte sich heraus, dass dieses Mehl der Endgegner in der Ginkana ist. Die Spanier spuckten Wasser aus einem Eimer auf einen Teller, einer nahm den Teller auf den Kopf und transportierte ihn bis zu einem Glas was er so lange füllte, bis es randvoll war. Daraufhin rannte die Gruppe zum Mehlbottich und alle mussten mit dem Mund auf die Suche nach Tischtennisbällen im Mehl gehen. Das Wasserglas diente danach zum Abspülen des Mehls. Während des Spielens war auch gut zu sehen, dass Spanier unheimlich gern betrügen, einfach kein Wettkampfcharakter zu erkennen in dem Völkchen.

Durch einen wahnsinnigen und nicht widerzugebenden Zufall erfuhren wir, dass es anlässlich des Festes eine riesige Paella auf dem Zeltplatz geben wird. Während des Koch-Prozesses durften wir zuschauen und haben viel gelernt. Merke: es gibt kein Zuviel an Olivenöl. Hernach bot sich uns die Möglichkeit diese Paella zu kosten, was wir logischerweise taten. Lecker!

Zum Entspannen nach dem köstlichen Mittagsmahl diente ein Schaumbad mitten auf der Straße.


Für den Abend, direkt im Anschluss ans Abendbrot - also gegen 23:30, war ein Kostümwettbewerb angesetzt. In Gruppen von bis zu 30 Mann tanzten die kostümierten Spanier zur Musik ihres selbstgewählten Themas. Gewonnen hat die Gruppe Fontana, ein verkostümierter Springbrunnen, der tatsächlich wahnsinnig schön anzuschauen war. Der visuelle Part kam bei dieser Art Kunst nicht zu kurz. Auf dem zweiten Platz die Sambaschule, auch nicht von schlechten Eltern.

Im Anschluss an diesen kurzweiligen Tag: Tanz. Auch hier wieder mit Animator, der für jedes Lied einen anderen Tanz vorschreibt. Man wird körperlich und geistig sehr fit gehalten durch Freiluftdiskogehen in Spanien. Nach nicht allzu langer Zeit durften Manu und ich Zeuge eines verdutzten Animator-DJs werden, da er uns sah und ihm wie uns klar wurde, dass wir mindestens zwei bis drei Köpfe größer sind als alle anderen Anwesenden. Der gemeine Otto-Normal-Spanier ist aber auch von kleiner Statur.

Pandafaust zum Schluss.

Frank

PS: der zuhause - gebliebene Fatzlappen wird von uns in keinster Weise vermisst.