Der gestrige Tag begann überragend und sollte sich auch so
fortsetzen. In Vorbereitung auf die erste Surfeinheit, die massiv mit dem
Frühstück kollidierte, wurde Marias Fuß in einer unbeweglichen Position auf dem
Brett festgegipst. Das gestaltete zwar den Weg zum Strand relativ aufwendig,
war aber sonst außerordentlich zweckmäßig. Rudimentäre Schmerzen waren auch
sofort adrenalinneutralisiert, nachdem sie die erste tighte Welle gerippt
hatte. Und davon gab es an diesem Morgen viele! Für Maria und mich war es
sicher die beste Surfeinheit bisher, obwohl wir das ob unserer kolossalen Fortschritte eigentlich neuerdings fast immer
so empfinden. Auf jeden Fall war die ganze Gruppe völlig in Ekstase vor Glück
und Zufriedenheit und es schallten ständig Jubelschreie übers Meer. In der
Pause zwischen den Surfeinheiten sind wir mal schnell gucken gegangen, was die
Jungs am anderen Strand so trieben. Sie gruben ein Loch - was sonst. Das Loch nahm dann mit vereinten
Kräften, auch trotzdem wir nicht in der Lage gewesen waren uns brauchbare Hilfsmittel
zu verschaffen - hätte man vielleicht einen Doktortitel für gebraucht -
gewaltige Ausmaße an. Allerdings stieß Raimund kurz bevor die Quelle des Glücks
zu sprudeln beginnen konnten mit seinem Finger auf Stein. Mit einem Finger
weniger konnten wir die Suche nach Wasser leider nicht fortsetzen und
schwenkten um. Schnei wurde in das Loch geworfen und eingegraben. Das erschien
uns klug, denn bisher hatte die Chemiekeule auch in 1000facher
Standarddosierung seinen Spritzpups nicht zum Erliegen gebracht. Es sei an
dieser Stelle erwähnt, dass er das Safeword "Melkfett"
glücklicherweise nicht verwenden musste, auch wenn er sich bei seinen
Befreiungsmanövern außerordentlich ungeschickt anstellte.
Dann ging es an die Abendgestaltung. Seit über einer Woche
stand für uns fest: wir fahren alle nach Noja. Leider sahen das die Teamer mal
wieder nicht so. Nach langen Diskussionen
erklärte sich Philipp, der Surflehrer der Jungs, aufopferungsvoll bereit,
uns unseren Wunsch zu erfüllen. Wir werden ihm dafür auf ewig zu Dank
verpflichtet sein. Nachdem dieser Entschluss gefasst war, ging es ans
Vorglühen. Die Zeit war knapp und wir berieten was da die beste
Herangehensweise sein könnte. Wir entschieden uns überraschenderweise gegen die
Teilnahme an der vom Camp organisierten Drinkana, da dabei wie Raimund es
formulierte "nicht genug Alkoholfluss pro Minute" erzeugt wird.
Stattdessen spielten wir einfach ca. 13 Trinkspiele auf einmal. Dabei wurde
auch das Gubbel Gubbelspiel rehabilitiert. Es gab dadurch natürlich einige
Regeln und Hinterfrageraimund hatte es nicht einfach. Und dann ging es endlich
los. Am Kreisverkehr wartete zwar das geballte Polizeiaufgebot Kantabriens auf
uns und Frank hatte uns alle schon hinter Gittern gesehen - immerhin trug er
keinen Sicherheitsgurt - aber es war ausreichend nachzuweisen, dass wir
Deutsche waren und man ließ uns passieren.
Jetzt kommt der Grund, weshalb ich heute den Blogeintrag
schreibe. Nämlich damit ich sagen kann, was in Noja passiert, bleibt in Noja!
Nur so viel: Raimund entdeckte sein zweites Ich in Form eines spanischen
Salsatänzers; Manu agierte als Rammbock in Menschenform auf der Suche nach
einer mannstollen minderjährigen Spanierin (dabei waren rubinrote DNA Proben
von Franks Wange sehr hilfreich) und fand einen Hack-Buddy; Schnei erwies sich
als sehr hilfreich bei der Abwehr spanischer Zuneigungsbekenntnisse; Maria
verbrachte viel Zeit damit 18-jährigen Spaniern ihre gesamte Lebensweisheit mit
Schwerpunkt auf sexuellen Erfahrungen verbal zu vermitteln und legte sich dafür
extra die Bettstimme eines 60-jährigen kettenrauchenden Reibeisens zu; Frank
glühte komplett durch und rangelte sich mit einem Schweizer die Hände blutig
und ich hatte gar keinen Spaß.
Dreifaches Gubbel Gubbel
Josi
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