Mittwoch, 28. August 2013

Stuhltagebuch



Der gestrige Tag begann überragend und sollte sich auch so fortsetzen. In Vorbereitung auf die erste Surfeinheit, die massiv mit dem Frühstück kollidierte, wurde Marias Fuß in einer unbeweglichen Position auf dem Brett festgegipst. Das gestaltete zwar den Weg zum Strand relativ aufwendig, war aber sonst außerordentlich zweckmäßig. Rudimentäre Schmerzen waren auch sofort adrenalinneutralisiert, nachdem sie die erste tighte Welle gerippt hatte. Und davon gab es an diesem Morgen viele! Für Maria und mich war es sicher die beste Surfeinheit bisher, obwohl wir das ob unserer kolossalen  Fortschritte eigentlich neuerdings fast immer so empfinden. Auf jeden Fall war die ganze Gruppe völlig in Ekstase vor Glück und Zufriedenheit und es schallten ständig Jubelschreie übers Meer. In der Pause zwischen den Surfeinheiten sind wir mal schnell gucken gegangen, was die Jungs am anderen Strand so trieben. Sie gruben ein Loch  - was sonst. Das Loch nahm dann mit vereinten Kräften, auch trotzdem wir nicht in der Lage gewesen waren uns brauchbare Hilfsmittel zu verschaffen - hätte man vielleicht einen Doktortitel für gebraucht - gewaltige Ausmaße an. Allerdings stieß Raimund kurz bevor die Quelle des Glücks zu sprudeln beginnen konnten mit seinem Finger auf Stein. Mit einem Finger weniger konnten wir die Suche nach Wasser leider nicht fortsetzen und schwenkten um. Schnei wurde in das Loch geworfen und eingegraben. Das erschien uns klug, denn bisher hatte die Chemiekeule auch in 1000facher Standarddosierung seinen Spritzpups nicht zum Erliegen gebracht. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass er das Safeword "Melkfett" glücklicherweise nicht verwenden musste, auch wenn er sich bei seinen Befreiungsmanövern außerordentlich ungeschickt anstellte.

Dann ging es an die Abendgestaltung. Seit über einer Woche stand für uns fest: wir fahren alle nach Noja. Leider sahen das die Teamer mal wieder nicht so. Nach langen Diskussionen  erklärte sich Philipp, der Surflehrer der Jungs, aufopferungsvoll bereit, uns unseren Wunsch zu erfüllen. Wir werden ihm dafür auf ewig zu Dank verpflichtet sein. Nachdem dieser Entschluss gefasst war, ging es ans Vorglühen. Die Zeit war knapp und wir berieten was da die beste Herangehensweise sein könnte. Wir entschieden uns überraschenderweise gegen die Teilnahme an der vom Camp organisierten Drinkana, da dabei wie Raimund es formulierte "nicht genug Alkoholfluss pro Minute" erzeugt wird. Stattdessen spielten wir einfach ca. 13 Trinkspiele auf einmal. Dabei wurde auch das Gubbel Gubbelspiel rehabilitiert. Es gab dadurch natürlich einige Regeln und Hinterfrageraimund hatte es nicht einfach. Und dann ging es endlich los. Am Kreisverkehr wartete zwar das geballte Polizeiaufgebot Kantabriens auf uns und Frank hatte uns alle schon hinter Gittern gesehen - immerhin trug er keinen Sicherheitsgurt - aber es war ausreichend nachzuweisen, dass wir Deutsche waren und man ließ uns passieren.

Jetzt kommt der Grund, weshalb ich heute den Blogeintrag schreibe. Nämlich damit ich sagen kann, was in Noja passiert, bleibt in Noja! Nur so viel: Raimund entdeckte sein zweites Ich in Form eines spanischen Salsatänzers; Manu agierte als Rammbock in Menschenform auf der Suche nach einer mannstollen minderjährigen Spanierin (dabei waren rubinrote DNA Proben von Franks Wange sehr hilfreich) und fand einen Hack-Buddy; Schnei erwies sich als sehr hilfreich bei der Abwehr spanischer Zuneigungsbekenntnisse; Maria verbrachte viel Zeit damit 18-jährigen Spaniern ihre gesamte Lebensweisheit mit Schwerpunkt auf sexuellen Erfahrungen verbal zu vermitteln und legte sich dafür extra die Bettstimme eines 60-jährigen kettenrauchenden Reibeisens zu; Frank glühte komplett durch und rangelte sich mit einem Schweizer die Hände blutig und ich hatte gar keinen Spaß.

Dreifaches Gubbel Gubbel

Josi


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