Sonntag, 25. August 2013

Buntkäppchen



Der 21. August ist ein magisches Datum in Ajo. Gestern durften wir schon die zweite Feier, die unter dieser Ägide lief, wertschätzen lernen. In der Gruppe haben sich Ideen-Strömungen gebildet, die sagen, diese Feier würde an jedem vorletzten Wochenende im August stattfinden, wie das Stadtfest in Freital, aber dieser Gedanke ist mir zuwider.

Es begann gestern ziemlich genau um acht Uhr, also eine Stunde vor dem Frühstück und nach einer recht kurzen Nacht mit zwei durschlagenden Böllern auf dem Campingplatz. Daraufhin setzte sich eine beeindruckende mit Kücheninstrumenten lärmendende Kinder-Horde in Bewegung. Einmal über den Zeltplatz gezogen, war sichergestellt, dass tatsächlich alle Camper ordnungsgemäß wach sind.

Direkt nach unserem liebreizenden Frühstück, durften wir ganz offiziell Teil einer zweiten Veranstaltung auf dem Zeltplatz werden. Gespielt wurde Ginkana. Eine Art Schnitzeljagd mit übertriebenem Wettkampfcharakter. Die teilnehmenden Gruppen mussten an masochistischen Aufgaben teilnehmen, die unter Zeitdruck zu bewältigen waren. Leider konnten wir nicht alles sehen, da die Teilnehmer in einem Wahnsinnstempo über den ganzen Zeltplatz gerannt sind, von Hinweiszettel zu Hinweiszettel. Wir hatten aber die ehrenvolle Aufgabe eine Handvoll Schüsseln randvoll mit Mehl zu bewachen. Erst später stellte sich heraus, dass dieses Mehl der Endgegner in der Ginkana ist. Die Spanier spuckten Wasser aus einem Eimer auf einen Teller, einer nahm den Teller auf den Kopf und transportierte ihn bis zu einem Glas was er so lange füllte, bis es randvoll war. Daraufhin rannte die Gruppe zum Mehlbottich und alle mussten mit dem Mund auf die Suche nach Tischtennisbällen im Mehl gehen. Das Wasserglas diente danach zum Abspülen des Mehls. Während des Spielens war auch gut zu sehen, dass Spanier unheimlich gern betrügen, einfach kein Wettkampfcharakter zu erkennen in dem Völkchen.

Durch einen wahnsinnigen und nicht widerzugebenden Zufall erfuhren wir, dass es anlässlich des Festes eine riesige Paella auf dem Zeltplatz geben wird. Während des Koch-Prozesses durften wir zuschauen und haben viel gelernt. Merke: es gibt kein Zuviel an Olivenöl. Hernach bot sich uns die Möglichkeit diese Paella zu kosten, was wir logischerweise taten. Lecker!

Zum Entspannen nach dem köstlichen Mittagsmahl diente ein Schaumbad mitten auf der Straße.


Für den Abend, direkt im Anschluss ans Abendbrot - also gegen 23:30, war ein Kostümwettbewerb angesetzt. In Gruppen von bis zu 30 Mann tanzten die kostümierten Spanier zur Musik ihres selbstgewählten Themas. Gewonnen hat die Gruppe Fontana, ein verkostümierter Springbrunnen, der tatsächlich wahnsinnig schön anzuschauen war. Der visuelle Part kam bei dieser Art Kunst nicht zu kurz. Auf dem zweiten Platz die Sambaschule, auch nicht von schlechten Eltern.

Im Anschluss an diesen kurzweiligen Tag: Tanz. Auch hier wieder mit Animator, der für jedes Lied einen anderen Tanz vorschreibt. Man wird körperlich und geistig sehr fit gehalten durch Freiluftdiskogehen in Spanien. Nach nicht allzu langer Zeit durften Manu und ich Zeuge eines verdutzten Animator-DJs werden, da er uns sah und ihm wie uns klar wurde, dass wir mindestens zwei bis drei Köpfe größer sind als alle anderen Anwesenden. Der gemeine Otto-Normal-Spanier ist aber auch von kleiner Statur.

Pandafaust zum Schluss.

Frank

PS: der zuhause - gebliebene Fatzlappen wird von uns in keinster Weise vermisst.





1 Kommentar:

  1. Masochistischen Aufgaben, die unter Zeitdruck zu bewältigen sind? Das muss Schnei gefallen haben, hört es sich doch genau wie unser Training an.

    Benni

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